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StartseiteInfothekUrteileEU setzt sich für günstige Medikamente ein

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat mit seinem Urteil vom Oktober 2016 festgelegt, dass Versandapotheken mit dem entsprechenden Rezept Medikamente mit einem Rabatt nach Deutschland senden dürfen.


Die Gewinner sind die Deutschen Verbraucher, vor allem Verbraucher, die an chronischen Krankheiten leiden und daher auf teure Medikamente angewiesen sind. Bisher war es jedoch für diese Personen schwierig, ihre Medikamente im Ausland zu beziehen und von den dort geltenden günstigeren Preisen zu profitieren. Versandapotheken, wie zum Beispiel DocMorris dürfen nun auch auf verschreibungspflichtige Medikamente Rabatte gewähren und portofrei liefern.


Für deutsche Anbieter gilt die Preisbindung für Medikamente jedoch nach wie vor – ein klarer Standortnachteil für alle deutschen Apotheken. In Fachkreisen spekuliert man, dass sich die Apothekenlandschaft in Zukunft verändern wird, sofern von Seiten des Gesetzgebers keine Änderung der aktuellen Gesetzeslage erfolgt. Ob das tatsächlich der Fall sein wird ist fraglich.
In Deutschland wird man versuchen die Preisbindung für Medikamente aufzuheben, um dadurch auch deutsche Apotheken im internationalen Konkurrenzkampf konkurrenzfähig zu machen. Ob dies gelingt ist jedoch fraglich. Alternativ wird in Regierungskreisen über ein gesetzliches Verbot von rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland nachgedacht. Damit wäre das Luxemburger Urteil defacto entkräftet. Ob dies tatsächlich die Lösung des Problems darstellt ist fraglich, da der Anteil der verschreibungspflichtigen Medikamente im Versandhandel nur bei ca 3 % liegt und damit als eher unwesentlich einzustufen ist. Von diesen 3% kommt nur ca 1 % aus dem Ausland.


Ob die Verlierer tatsächlich die inländischen Apotheken sein werden, die  ihren Umsatz zu 84 % aus rezeptpflichtigen Medikamenten generieren und eine schnelle und zuverlässige Versorgung flächendeckend in Deutschland ermöglichen, ist fraglich. Das Urteil des EU Gerichtshofs hat jedoch Bewegung in die Preispolitik gebracht und die Tore zu geringeren Margen bei den Pharmariesen und erschwinglicheren Verbraucherpreisen geöffnet.

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